
Noch ein paar Worte zur Bioabfallsammlung
Die Getrenntsammlung von Bioabfällen aus Haushalten wird von der Mehrzahl der Kommunen durchgeführt. Ein häufig kritisierter Punkt in der Öffentlichkeit in den Sommermonaten ist mangelnde Hygiene bei der Sammlung in den Vorsortiergefäßen in der Küche, aber auch bei der Lagerung in der Biotonne. Nicht immer ist das empfohlene Zeitungspapier zum Auskleiden der Gefäße oder zum Einwickeln besonders geruchsintensiver Bioabfälle ausreichend und schließlich ist die Biotonne keine Altpapiersammelstelle. Teilweise werden von den Bürgerinnen und Bürgern trotz aller Aufklärung Kunststoffbeutel verwendet, die bei der Kompostierung mühsam als Störstoffe wieder aussortiert werden müssen.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Verwendung von Beuteln und Säcken aus abbaubaren Biokunststoffen zur Auskleidung der Vorsortiergefäße in der Küche und auch der Biotonne. Die Beutel sind während ihrer Gebrauchszeit ausreichend wasserfest, so dass sogar ein Transport der Bioabfälle nur im Beutel aus der Küche in die Biotonne möglich ist. Auf der Kompostierungsanlage werden sie jedoch innerhalb von 6-12 Wochen vollständig abgebaut.
Vorteile
Trotz eines gewissen Aufwandes kann es also auch für Ihre Kommune lohnend sein, die Verwendung von BAW-Beuteln in der Bioabfallsammlung zu propagieren und zu unterstützen. Viele Vorteile sprechen für die BAW-Beutel:
- Die verbesserte Hygiene sowohl bei den Vorsortiergefäßen in der Küche als auch in der Biotonne kann die Akzeptanz gegenüber der getrennten Sammlung von Bioabfällen deutlich erhöhen.
- Trotz aller Aufklärung werden häufig aus hygienischen Gründen und aus Bequemlichkeit in der Küche doch noch herkömmliche Kunststoff-Müllbeutel verwendet, die dann mühsam als Störstoffe wieder aus dem Bioabfall aussortiert werden müssen. Die kompostierbaren Kunststoffbeutel kommen dem Hygienebedürfnis der Bürgerinnen und Bürger entgegen und verursachen keinen weiteren Aufwand für den Entsorger. Der Störstoffgehalt sinkt.
- Nasse Küchenabfälle neigen im Winter zum Festfrieren an der Biotonne, so dass eine vollständige Entleerung der Gefäße nicht möglich ist. Die BAW-Beutel wirken diesem Problem entgegen.
- Die bei Biotonnen häufig nötige Tonnenreinigung durch kommunale Waschfahrzeuge kann in deutlich längeren Intervallen durchgeführt werden.
Besonders wichtig ist die eindeutige und unübersehbare Kennzeichnung der BAW-Beutel, um sowohl Verwechslungen von Seiten der Bürger auszuschließen als auch eine problemlose Aussortierung der Störstoffe in der Kompostierungsanlage zu ermöglichen.
Verschiedene Kommunen haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Beutel zum Selbstkostenpreis über die Gemeindeverwaltungen auszugeben. So z.B. die Stadt Straubing, die durch die Initiative von C.A.R.M.E.N. e.V. www.carmen-ev.de umfangreiche Erfahrungen gesammelt hat.
Dadurch ist zum einen gewährleistet, dass die Personen, die Wert auf die Verwendung von Kunststoffbeuteln legen, BAW-Beutel zu einem konkurrenzfähigen Preis erwerben können und damit nicht mehr auf herkömmliche Mülltüten zurückgreifen. Zum anderen verhindert der Unkostenbeitrag, dass der Personenkreis, der bisher gut ohne "Hilfsmittel" bei der Bioabfallsammlung zurechtkam, plötzlich Kunststoffbeutel verwendet.
Ihre Öffentlichkeitsarbeit, die zur Einführung von BAW-Beuteln durchgeführt wird, sollte diese Zusammenhänge berücksichtigen. Ihre Kommune kann sich mit einer solchen Initiative nur profilieren.






